Kölner Dom: Beten oder Bezahlen

Die Besucher des Kölner Doms werden künftig unterschieden in Beter und Touristen. Wer nicht beten will, muss Eintritt bezahlen. Begründung: hohe Kosten zum Erhalt des Gebäudes; auch brächten die Touristen "Schmutz" herein.
Bisher kannte man das in Deutschland nur von manchen protestantischen Kirchen, zum Beispiel in Nürnberg, während sogar die protestantische Trierer Konstantinsbasilika keinen Eintritt erhebt.
Der Kölner Kardinal Woelki trägt an der neuen Entwicklung keine Schuld. Die Macht im Dom hat das Domkapitel.
Fragen: 1.Bekommt man das Eintrittsgeld zurück, wenn man während der Besichtigung sich doch zum Beten entschlossen hat?
2. Woran erkennt man die Beter außerhalb des Gottesdienstes? Müssen sie sich erklären? Oder ihr "katholisch abgewetztes Knie" vorzeigen?
Die Nachricht von der Zeitung "Tagesspiegel":
Erhaltung kostet täglich 23.200 Euro: Touristen …

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Zum Glück gibt es um den Dom herum noch viele andere Kirchen.

Boni

Es ist eben immer abzulehnen, wenn Leute vor dem Allerheiligsten ihre kunsthistorischen Führungen abhalten.

Das Allerheiligste ist freilich in einer eigenen Sakramentskapelle des Kölner Doms, die von Führungen nicht besucht werden darf: "Zutritt nur zum Gebet", steht dort.

vir probatus

Ich habe gerade gelesen, daß es um 12 € geht.
Ja warum auch kleinlich sein mit Forderungen,
dafür ist die Kirche nicht bekannt.
ich sehe schon die Schilder vor mir "Pray or Pay!"

Alfredus .

So wird ein Dom oder Kirche zum Museum degradiert, das gilt dann besonders für Ferien-Gäste und ähnlichem ... ! Mein Haus, sagt Jesus, ist ein Haus des Gebetes und ihr macht es zu einer Markthalle und kassiert Geld ! Der Slogan ist ja immer, die Kirche hat genug Geld, sollen die Bistümer doch selber sparen, denn diese Art von Eintritt erzeugt tiefen Frust ... !

vir probatus

Die "Beter" werden dann wahrscheinlich in eine kleine Nebenkapelle gelassen, wie will man sie sonst unterscheiden..

Bethlehem 2014

In Köln wird das wohl die Sakramentskapelle sein. Ist auch der einzige "öffentliche" Raum in der Kathedrale, der beheizbar ist.

@Bethlehem 2014 Richtig. Aber wozu der Ursula-Altar oder zum Beispiel die Schmuckmadonna, vor der man Kerzen aufstellen kann, wenn nicht zum Beten? Einem Touristen wird jetzt signalisiert: Du zahlst für ein "Museum".

Bethlehem 2014

@Klaus Elmar Müller Da stimme ich Ihnen (mal wieder) vollauf zu! -
Ich fürchte nur, der Ursula-Altar wird auch eher als museales Ausstellungsstück betrachtet.
Man kann es den Zeitgenossen kaum verübeln. Da ist niemand, der ihnen sagt, was "sakral" eigentlich bedeutet. Es geht halt meistens um Kunstgeschichte. Übrigens auch in den Domführungen.
Da wäre viel Nachholbedarf.

@Bethlehem 2014 Getrauen sich die Damen und Herren, die durch den Kölner Dom führen, kein Glaubenszeugnis. wollen .wie Papst Franziskus fordert- Jesus Christus niemandem "aufdrängen"? Das wäre schade, habe aber selber noch an keiner Führung teilgenommen.

Bethlehem 2014

@Klaus Elmar Müller Trotz allem: die Führungen lohnen sich irgendwie. Habe mehrmals an verschiedenen teilgenommen. Schon als kleiner Ministrant. Und zuletzt noch vor ein paar Jahren.

4502
Alfredus .

Natülich tragen die Touristen ein Schild auf der Stirn " Tourist " ! Allein das Fragen : ... wollen sie beten oder nur schauen ... ? beinhaltet eine große Diskriminisierung ersten Ranges ! Deshalb werden die Kirchen in der Regel nicht verschlossen, man sollte jederzeit Zutritt haben . Gerade auch sollte die katholische Kirche hier ein Vorbild sein ... !

dlawe

Alfredus: Das ist keine Diskriminierung. Die Touristen stören die Betenden. Das habe ich in Wien oft erlebt. In manchen Kirchen braucht man sogar Wächter! Die kosten auch Geld.

vir probatus

Das habe ich im Januar in der Frauenkirche: gesehen: Während der Vesper war der Zugang von den Pforten zu den Bänken versperrt.

Bei Gottesdiensten ist die Sache klar. Im Kölner Dom gibt es rot gekleidete Kirchenschweizer, denen man sagen kann "Ich will zur Messe." Aber außerhalb der Gottesdienste sollte der Dom ein Sakralraum bleiben, der Touristen zum Beten anregt. Es gibt viele Stellen im Dom, wo man beten möchte: vor der Christopherus-Statue und mehr noch am Ursula-Altar.

vir probatus

Führungen durch den Dom kosten doch jetzt schon Geld. Davon kann die Kirche ja einen Anteil bekommen, wenn sie ihn nicht schon bekommt. Und dann träfe es wirklich Touristen. Die müssten dann für die Führung etwas mehr ausgeben.

Boni

Man sollte mildere Mittel wählen: Am Eingang sollten Schilder dazu auffordern, den hier mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit, wirklich, wahrhaftig und substanziell anwesenden Schöpfer des Universums und einer jeden Menschenseele auf Knien zu ehren, um nicht das ewige Feuer der Hölle auf sich zu rufen. Erst wenn das nicht hilft, sollte man Eintritt verlangen.

vir probatus

In Ländern, wo es keine Kirchensteuer gibt, kenne ich das auch.
Aber in Deutschland,, wo sich ein Bischof eines kleinen Bistums nach Gutsherrenart eine Wohnung für über 30 Millionen € auf Kosten dieser Kirchensteuerzahler bauen lassen kann, ist nicht einzusehen, daß für das Betreten einer Kirche, egal zu welchem Zweck, Eintritt genommen wird.
Es wird eine weitere Austrittswelle auslösen, wie nach Limburg.
Führungen durch den Dom kosten heute schon Geld, da kann die Kirche ja einen Anteil bekommen.

Uralte Fake-"News", die Sie hier verbreiten. Austrittswelle? Gut, wenn nur die bleiben, die unverbrüchlich Christus und die Kirche lieben.

vir probatus

Die Kirche wird doch nur noch abgewickelt, aber vorher greifen die Hierarchen noch möglichst tief in die Taschen von allen möglichen Leuten, egal ob gläubig oder nicht.

1. Die Bischöfe werden nicht von der Kirchensteuer bezahlt, sondern als Ersatz für den Raub der Kirchengüter durch die Fürsten 1803 von der allgemeinen Steuer. 2. Zum Limburger Bischofshaus: Die Umgestaltung wurde unter dem Vorgänger von Bischof Prof. Tebartz-van Elst beschlossen, auch vom zuständigen Laiengremium. Die Verteuerung lag an der Entdeckung historischer Bestandteile, die integriert werden mussten. Nur die BILD-Zeitung schrieb von goldener Badewanne - das Bad war nicht teuerer als das jedes anderen Bürgers. Und der Wunsch des neuen Bischofs, einen hängenden Adventskranz zu haben, sorgte zu Unrecht für kleinliche Empörung.

vir probatus

Eben, das ist ja noch eine weitere Unverfrorenheit.
Langsam muss das "geraubte Vermögen" nach 220 Jahren ja mal bezahlt sein.

@vir probatus Falsch gedacht. Denn das frühere Kirchenvermögen hätte Rendite abgeworfen und auf immer für die Bezahlung des Klerus gereicht.

Bethlehem 2014

@vir probatus Wenn man Ihnen unrechtmäßig mehrere Mietshäuser enteignete, hörte Ihr Besitzanspruch (bzw. den Ihrer Erben) dennoch nach vielen Jahrhunderten nicht auf.
Weil Ihnen nach wie vor die Mieteinnahmen verlorengehen, müßte eben anders restituiert werden. Auch nach Jahrhunderten noch.

vir probatus

Sagen Sie das mal den Ossis.

Lutrina

Mir fällt kein Grund ein was Nichtkatholiken in einem Dom verloren haben könnten. 🤔
Für solche Fälle gab es in besseren Zeiten mal den Ostiarier...

Klaus Elmar Müller

Seit der Konstantinischen Wende sind die Kirchen öffentlich.
Mission und Evangelisierung durch Predigt und die "Predigt" des sakralen Raumes mit seinen Bildern und Botschaften.

vir probatus

Vielleicht, aber der Eintritt wird auch von Katholiken erhoben werden.
Sonst brauchen die ja einen Ausweis.
(Gefaltete Hände als Ausweis des Betens reichen nicht)

charlemagne

Durchaus sinnvoll, diese Maßnahme.

Nicht werbend ist diese Regelung, ausschließend, zurückstoßend. Gott nur für die Insider.

vir probatus

Bekommt jetzt jeder Katholik einen Ausweis über gezahlte Kirchensteuer, der jährlich zu erneuern ist?
Bei der Kirche ist es nicht anders als bei der Lebensmittelindustrie und dem ÖRR:
Angebot bzw. Packungsinhalt wird verkleinert, Preise werden gleichzeitig erhöht.

Die Bärin

Was den "Schmutz" angeht: Auch die Priester, die die Hl. Messe im Dom lesen und auch die Ministranten, Organisten, Scholasänger usw. tragen den gleichen "Schmutz" in den Dom! Das Domkapitel macht sich in den letzten Jahren immer unbeliebter. Vor vier Jahren, am Heiligen Abend, wurde im Hohen Dom zu Köln sogar eine "Impf"-Aktion durchgeführt (KÖLNER DOM AN HEILIGABEND ENTWEIHT: "IMPFUNG")!!!

Alfredus .

Das Haus Gottes muss allen Besuchern offen sein, das ist ja unglaublich und unchristlich, Eintritt zu verlangen ... !

Bethlehem 2014

... und vom Kirchenrecht direkt verboten.
Wohingegen Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat laut CIC u. U. durchaus ohne Strafen abgehen müssen.

vir probatus

Es wird, wie Limburg, die nächste große Austrittswelle auslösen.