Die Besucher des Kölner Doms werden künftig unterschieden in Beter und Touristen. Wer nicht beten will, muss Eintritt bezahlen. Begründung: hohe Kosten zum Erhalt des Gebäudes; auch brächten die Touristen "Schmutz" herein.
Bisher kannte man das in Deutschland nur von manchen protestantischen Kirchen, zum Beispiel in Nürnberg, während sogar die protestantische Trierer Konstantinsbasilika keinen Eintritt erhebt.
Der Kölner Kardinal Woelki trägt an der neuen Entwicklung keine Schuld. Die Macht im Dom hat das Domkapitel.
Fragen: 1.Bekommt man das Eintrittsgeld zurück, wenn man während der Besichtigung sich doch zum Beten entschlossen hat? 2. Woran erkennt man die Beter außerhalb des Gottesdienstes? Müssen sie sich erklären? Oder ihr "katholisch abgewetztes Knie" vorzeigen?
Das Allerheiligste ist freilich in einer eigenen Sakramentskapelle des Kölner Doms, die von Führungen nicht besucht werden darf: "Zutritt nur zum Gebet", steht dort.
Ich habe gerade gelesen, daß es um 12 € geht. Ja warum auch kleinlich sein mit Forderungen, dafür ist die Kirche nicht bekannt. ich sehe schon die Schilder vor mir "Pray or Pay!"
So wird ein Dom oder Kirche zum Museum degradiert, das gilt dann besonders für Ferien-Gäste und ähnlichem ... ! Mein Haus, sagt Jesus, ist ein Haus des Gebetes und ihr macht es zu einer Markthalle und kassiert Geld ! Der Slogan ist ja immer, die Kirche hat genug Geld, sollen die Bistümer doch selber sparen, denn diese Art von Eintritt erzeugt tiefen Frust ... !
@Bethlehem 2014 Richtig. Aber wozu der Ursula-Altar oder zum Beispiel die Schmuckmadonna, vor der man Kerzen aufstellen kann, wenn nicht zum Beten? Einem Touristen wird jetzt signalisiert: Du zahlst für ein "Museum".
@Klaus Elmar Müller Da stimme ich Ihnen (mal wieder) vollauf zu! - Ich fürchte nur, der Ursula-Altar wird auch eher als museales Ausstellungsstück betrachtet. Man kann es den Zeitgenossen kaum verübeln. Da ist niemand, der ihnen sagt, was "sakral" eigentlich bedeutet. Es geht halt meistens um Kunstgeschichte. Übrigens auch in den Domführungen. Da wäre viel Nachholbedarf.
@Bethlehem 2014 Getrauen sich die Damen und Herren, die durch den Kölner Dom führen, kein Glaubenszeugnis. wollen .wie Papst Franziskus fordert- Jesus Christus niemandem "aufdrängen"? Das wäre schade, habe aber selber noch an keiner Führung teilgenommen.
@Klaus Elmar Müller Trotz allem: die Führungen lohnen sich irgendwie. Habe mehrmals an verschiedenen teilgenommen. Schon als kleiner Ministrant. Und zuletzt noch vor ein paar Jahren.
Natülich tragen die Touristen ein Schild auf der Stirn " Tourist " ! Allein das Fragen : ... wollen sie beten oder nur schauen ... ? beinhaltet eine große Diskriminisierung ersten Ranges ! Deshalb werden die Kirchen in der Regel nicht verschlossen, man sollte jederzeit Zutritt haben . Gerade auch sollte die katholische Kirche hier ein Vorbild sein ... !
Alfredus: Das ist keine Diskriminierung. Die Touristen stören die Betenden. Das habe ich in Wien oft erlebt. In manchen Kirchen braucht man sogar Wächter! Die kosten auch Geld.
Bei Gottesdiensten ist die Sache klar. Im Kölner Dom gibt es rot gekleidete Kirchenschweizer, denen man sagen kann "Ich will zur Messe." Aber außerhalb der Gottesdienste sollte der Dom ein Sakralraum bleiben, der Touristen zum Beten anregt. Es gibt viele Stellen im Dom, wo man beten möchte: vor der Christopherus-Statue und mehr noch am Ursula-Altar.
Führungen durch den Dom kosten doch jetzt schon Geld. Davon kann die Kirche ja einen Anteil bekommen, wenn sie ihn nicht schon bekommt. Und dann träfe es wirklich Touristen. Die müssten dann für die Führung etwas mehr ausgeben.
Man sollte mildere Mittel wählen: Am Eingang sollten Schilder dazu auffordern, den hier mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit, wirklich, wahrhaftig und substanziell anwesenden Schöpfer des Universums und einer jeden Menschenseele auf Knien zu ehren, um nicht das ewige Feuer der Hölle auf sich zu rufen. Erst wenn das nicht hilft, sollte man Eintritt verlangen.
In Ländern, wo es keine Kirchensteuer gibt, kenne ich das auch. Aber in Deutschland,, wo sich ein Bischof eines kleinen Bistums nach Gutsherrenart eine Wohnung für über 30 Millionen € auf Kosten dieser Kirchensteuerzahler bauen lassen kann, ist nicht einzusehen, daß für das Betreten einer Kirche, egal zu welchem Zweck, Eintritt genommen wird. Es wird eine weitere Austrittswelle auslösen, wie nach Limburg. Führungen durch den Dom kosten heute schon Geld, da kann die Kirche ja einen Anteil bekommen.
Die Kirche wird doch nur noch abgewickelt, aber vorher greifen die Hierarchen noch möglichst tief in die Taschen von allen möglichen Leuten, egal ob gläubig oder nicht.
1. Die Bischöfe werden nicht von der Kirchensteuer bezahlt, sondern als Ersatz für den Raub der Kirchengüter durch die Fürsten 1803 von der allgemeinen Steuer. 2. Zum Limburger Bischofshaus: Die Umgestaltung wurde unter dem Vorgänger von Bischof Prof. Tebartz-van Elst beschlossen, auch vom zuständigen Laiengremium. Die Verteuerung lag an der Entdeckung historischer Bestandteile, die integriert werden mussten. Nur die BILD-Zeitung schrieb von goldener Badewanne - das Bad war nicht teuerer als das jedes anderen Bürgers. Und der Wunsch des neuen Bischofs, einen hängenden Adventskranz zu haben, sorgte zu Unrecht für kleinliche Empörung.
@vir probatus Wenn man Ihnen unrechtmäßig mehrere Mietshäuser enteignete, hörte Ihr Besitzanspruch (bzw. den Ihrer Erben) dennoch nach vielen Jahrhunderten nicht auf. Weil Ihnen nach wie vor die Mieteinnahmen verlorengehen, müßte eben anders restituiert werden. Auch nach Jahrhunderten noch.
Seit der Konstantinischen Wende sind die Kirchen öffentlich. Mission und Evangelisierung durch Predigt und die "Predigt" des sakralen Raumes mit seinen Bildern und Botschaften.
Vielleicht, aber der Eintritt wird auch von Katholiken erhoben werden. Sonst brauchen die ja einen Ausweis. (Gefaltete Hände als Ausweis des Betens reichen nicht)
Bekommt jetzt jeder Katholik einen Ausweis über gezahlte Kirchensteuer, der jährlich zu erneuern ist? Bei der Kirche ist es nicht anders als bei der Lebensmittelindustrie und dem ÖRR: Angebot bzw. Packungsinhalt wird verkleinert, Preise werden gleichzeitig erhöht.
Was den "Schmutz" angeht: Auch die Priester, die die Hl. Messe im Dom lesen und auch die Ministranten, Organisten, Scholasänger usw. tragen den gleichen "Schmutz" in den Dom! Das Domkapitel macht sich in den letzten Jahren immer unbeliebter. Vor vier Jahren, am Heiligen Abend, wurde im Hohen Dom zu Köln sogar eine "Impf"-Aktion durchgeführt (KÖLNER DOM AN HEILIGABEND ENTWEIHT: "IMPFUNG")!!!