Putin hat Leo XIV. eine "Ohrfeige" verpasst - Erzbischof Gänswein
In einem Interview mit der Herder Korrespondenz im Januar erklärte Erzbischof Gänswein, dass Papst Leo XIV. kurz nach seiner Wahl im Mai angeboten hatte, im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln.
Während die Ukraine diesen Vorschlag annahm, lehnte Russland ihn ab. "Damit war die Tür für Friedensverhandlungen unter vatikanischer Vermittlung vorerst verschlossen - eine schallende Ohrfeige für den Papst und den Vatikan", so Gänswein, weshalb ein päpstlicher Besuch in der Ukraine derzeit kaum machbar erscheine.
Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand schwinden: "Die letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass sich die Kämpfe verschärft haben. Ein Waffenstillstand scheint in immer weitere Ferne gerückt zu sein. Auf russischer Seite fehlt es ganz offensichtlich an einem ernsthaften Friedenswillen."
Erzbischof Gänswein fügte hinzu, dass die Menschen in den baltischen Staaten befürchten, dass Russland angreifen könnte, und sich fragen, ob die Europäische Union und die NATO sie wirklich verteidigen würden. Diese Ängste, sagte er, wecken schmerzhafte Erinnerungen an die jahrzehntelange sowjetische Unterdrückung.
Er fügte hinzu, dass die vatikanische Diplomatie zwar den Frieden fördern wolle, ihr Einfluss in der realen Politik jedoch begrenzt erscheine.
Bild: Georg Gänswein © Mazur/cbcew.org.uk, CC BY-NC-ND, AI-Übersetzung