Der Parusianer

In die Zukunft sehen zu können, hat sich wohl jeder schon mal gewünscht. Es ist in Wahrheit aber wohl eher Fluch als Segen. Während des 2. Weltkriegs warnte Alois Irlmaier seine Nachbarn vor bevorstehenden Bombeneinschlägen, gab Auskunft darüber, ob Soldaten aus dem Krieg nach Hause kommen und dergleichen mehr. Ein Gerichtsprozess wegen angeblichen Betrugs endete für ihn mit einem Freispruch - und machte ihn im ganzen Land bekannt. Die Leute schickten ihm Fotos von Angehörigen, Briefe, Postkarten... sie waren verzweifelt, noch immer waren über eine Million Deutsche vermisst....
»Natürlich bekommt er Post. Aber nur die wenigsten der Briefe, die ihm Tag für Tag zugestellt werden (gewöhnliche Briefe Eilsendungen, eingeschriebene Papiere) handeln vom Brunnenbau und vom Wassersuchen. Vielen liegt eine Photografie bei „ . . . dies ist mein Sohn. Können Sie mir sagen, ob er noch lebt?“ „Anbei ein Fußballtotoschein. Bitte füllen Sie ihn für mich aus . . . “ — „Meine Frau ist schwer krank. Muß …Mehr

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Ad Orientem

Irlmaier war nicht Hellsichtig sondern ein Seher! Hellsichtigkeit kommt vom Teufel. Was Irlmaier sah kam von Gott

Der Parusianer

Ich verstehe deinen Einwand gut! Aber ich würde sagen, man kann hellsichtig sein, ohne Hellseher zu sein.
Ich bin einmal auf folgende Definitionen gekommen:
Ein Prophet gibt wortwörtlich die Worte Gottes wieder: „Ich, der Herr“. Ein Seher ist im christlichen (katholischen) Glauben verwurzelt, bekommt eine Vision von Gott und gibt sie in eigenen Worten wieder (Irlmaier). Und ein Hellseher oder Wahrsager ist nicht im christlichen Glauben verwurzelt, hat auch eine Vision, gibt sie auch in eigenen Worten wieder. Die ist dann aber von unten eingegeben, um den Eindruck zu erwecken, es ginge auch ohne Gott. Das ist dann die berühmte Glaskugel oder Pendelschwingen oder Tarotkarten und dieses Zeug.
Wie gesagt, Irlmaier konnte in die Zukunft schauen, war in dem Sinne hellsichtig, war aber kein Hellseher. So würde ich das formulieren.

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