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Maximilian Schmitt

@Oenipontanus ; Studentenfutter für Sie von Dr. Brakmann!
Pseudo-Clemens Romanus, homilia 3,72 als petrinisches Konsekrationsgebet der Kopten und der ägyptischen Melchiten
Werter Ornipontanus!
In dieser sehr bemerkenswerten Arbeit hebt Brakmann die Herkunft alexandrinischer Ordinationsgebete (chalzedonensisch-melkitisches und monophysitisches Gemeingut) aus den Pseudo-Clementinen hervor. Vielleicht ist das auch ein Schlüssel zur Erklärung des Gebetes zur Handausstreckung im alt-englischen Sarum-Ritus. Oder Umgekehrt, daß es eine authentische Quelle in liturgischem Gebrauch gab, welche die Pseudo-Clementinen aufwerten wollten.
Ich betone, daß die Pseudo-Clementinen ohne einen echten Clemens von Rom und sein Ansehen völlig sinnlos wären. Pseudepigraphien müssen sich, wollen sie gelesen und beachtet werden, in parasitärer Weise auf etwas authentisches beziehen. Das muß man nicht lange ausführen. Fast zeitgleich mit der Rezeption dieser Pseudo-Clementinen in Alexandrien gab es in relativ kurzer Zeit drei Patriarchen in Alexandrien, die den Namen "Petrus" annahmen. Ich kann darin keine Konkurrenz zum Nachfolger des heiligen Petrus in Rom erkennen, sondern lediglich eine Konkurrenz zu jenem anderen Stuhl in Antiochien, der ja auch vom heiligen Petrus begründet wurde. Zu guter letzt bemerke ich noch, daß diese Textstelle der Homilia III.72 nicht die Aufmerksamkeit von Joseph Lécuyer erregte. Sie erscheint in den Quellen der Schemata des Consilium Rituum nicht. Brakmann weist auch darauf hin, daß es typisch alexandrinisch war, daß es zwei verschiedene bischöfliche Ordinationgebete gab, einmal das eigentliche, und dann ein anderes, welches später und am Ort der Inthronisierung erfolgte. Es gibt also auch nichtsakramentale Inthronisierungsgebete für neu gekürte Bischöfe.

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